Wohin fließen Ihre Steuern?

Wo landen die Steuergelder, die man monatlich - und jeder beim Einkaufen sogar täglich - bezahlt? Was bezahlt der Staat von meinem Geld? Und wie viel Steuern bezahlt man eigentlich - ohne dass man es so richtig bemerkt?
Ist Ihnen z.B. bewusst, dass jeder Normalverdiener jeden Monat ca. 200 bis 400 Steuern für das Rentensystem bezahlt? (und damit sind nicht die normalen Rentenbeiträge gemeint, die ja bereits den größten Teil Ihrer Sozialversicherungsabgaben ausmachen)

Sie können hier Beispielrechnungen ansehen (Musterpersonen auswählen) oder sogar eigene Daten aus Ihrer Lohnabrechnung eingeben (wird nicht gespeichert).

Unsere Berechnung erfolgt nur näherungsweise. Die Steuerverteilung basiert auf Veröffentlichungen des statistischen Bundesamtes mit Zahlen des Jahres 2010. Irrtümer vorbehalten, alle Angaben ohne Gewähr.


Beispiele:


 Eingabeformular für eine Person oder Familie
Bei Haushalten mit mehreren Personen, bitte die Zahlen für Einkünfte und Ausgaben manuell addieren.

Aus der Lohn-/Gehaltsabrechnung
Nettoverdienst (Auszahlung) pro Monat (keine 450-Jobs, siehe unten)
Lohnsteuer: pro Monat
Solidaritätszuschlag: pro Monat

Weitere Einnahmen
Aushilfsjob (bis 450)   pro Monat aus Mini-Job
Kindergeld: pro Monat

Ausgaben
Kalt-Miete pro Monat:
Personenanzahl: Personen, die vom o.g. Einkommen ernährt werden
Zigaretten pro Monat:⇒ Tabaksteuer: €/Monat
Benzin pro Monat:⇒ Energiesteuer: €/Monat
Diesel pro Monat:⇒ Energiesteuer: €/Monat
Kfz-Steuer etc. pro Jahr: (sowie andere jährliche Steuern bitte addieren)

Bitte anklicken nachdem Sie oben Eingaben geändert haben


 Ergebnis: Höhe und Verwendung Ihrer Steuern
Die Höhe der Steuern für Zigaretten und Benzin können Sie direkt oben neben den Eingabefeldern ablesen. Zusätzlich zahlen Sie auf den Gesamtpreis auch 19% Mehrwertsteuer.

Lohnsteuer + Soli - Kindergeld:€/Monat
Tabak- und Energiesteuern:€/Monat
Mehrwertsteuer:€/Monat

SUMME IHRER STEUERN:€/Monat  (ohne Kranken-/Rentenversicherung)



Verwendung Ihrer Steuern (Staatsausgaben, Ausgaben des Bundes nach Aufgabenbereichen)

Zuschüsse ins Rentensystem€/Monat (weil Rentenbeiträge nicht ausreichen)
Arbeitsmarkt€/Monat
Sonstige soziale Sicherung€/Monat
Zinsausgaben€/Monat (Zinsen für Staatsschulden)
Militärische Verteidigung€/Monat
Finanzwirtschaft Sonstiges€/Monat
Eisenbahnen des Bundes€/Monat
Forschung (außerhalb Unis)€/Monat
Bildungswesen€/Monat
Bundesstraßen€/Monat
Umweltschutz€/Monat
Rest / Diverses€/Monat



Infos zur Berechnung

Im Preis von Zigaretten und Benzin/Diesel sind Tabak- bzw. Mineralölsteuern enthalten, die so hoch sind, dass sie für diese Berechnung relevant sind. Andere Verbrauchsteuern wie Kaffeesteuer (2,19 je kg) oder Stromsteuer (ca. 3 pro Person pro Monat), oder Aufwandsteuern wie Hundesteuer (je nach Stadt ca. 10/Monat) werden hier noch nicht berücksichtigt.

Auf Miete wird i.d.R. keine Mehrwertsteuer bezahlt, aber für alle anderen normalen Konsumausgaben wird von den Händlern Mehrwertsteuer an das Finanzamt abgeführt. In den meisten Preisen ist 19% Mehrwertsteuer eingerechnet, nur für Lebensmittel (außer in Restaurants) fallen nur 7% MwSt. an. Diese Berechnung geht davon aus, dass Sie pro Person pro Monat 150 für Lebensmittel für zuhause ausgeben. Für das restliche Geld gehen wir von einem Kosum mit 19% MwSt. aus. Es spielt für diese Berechnung keine Rolle, ob Sie das Geld sofort ausgeben, oder erst sparen und irgendwann später ausgeben.

Für private Versicherungen fällt Versicherungssteuer statt Mehrwertsteuer an - allerdings ebenfalls in Höhe von 19%, weshalb wir Versicherungssteuer hier einfach wie die MwSt. behandeln.


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Kommentar von Jörg Rosenthal

Hätten Sie gedacht, dass Sie jeden Monat so viel Mehrwertsteuer an den Staat bezahlen? Diese Seite zeigt erstmals wie viele Steuern Sie tatsächlich insgesamt zahlen und wofür der Staat Ihr Geld anteilig verwendet. Insbesondere wenn Sie ein mittleres Einkommen von 2.000 oder 3.000 netto (=Auszahlungsbetrag) pro Monat haben, können Sie feststellen, dass einen großen Teil Ihres Geld gar nicht Sie selbst ausgeben.

Für den Staat spielen die verschiedenen Steuerarten kaum eine Rolle. Es ist ihm egal wo und wie er Ihnen das Geld aus der Tasche zieht, Hauptsache es ist möglichst viel Geld im Steuersäckel. Steuern können zwar auch eine Lenkungsfunktion haben (z.B. wie die Einführung der zusätzlichen Alkopop-Steuer 2004) aber spätestens beim Ausgeben ist es dem Bundeshaushalt egal warum und wo die Steuern entstanden. So ist es z.B. unmöglich (und gar nicht beabsichtigt) eine Aussage zu treffen, ob der Solidaritätszuschlag für Ostdeutschland, oder Kfz-Steuern für den Straßenbau verwendet werden. So wird z.B. doppelt so viel Geld mit Mineralölsteuer eingenommen als für Straßenbau ausgegeben wird (angeblich 48 Mrd. Euro Einnahmen gegen 18 Mrd. Euro Ausgaben). Die andere Hälfte fließt ebenso mit in alle anderen Ausgaben ein, wie z.B. Renten, Rüstung, Sozialhilfe, Schulen, etc.
Auch ein schönes Beispiel: Wenn ein Aufrüstungsgegner sich einen Aufkleber mit einer Friedenstaube kauft, fließt ein Anteil aus seiner für den Sticker bezahlten Mehrwertsteuer natürlich auch in die Rüstung.

Erstaunlich günstig sind unsere Politiker selbst. Trotz der viel kritisierten Diäten­erhöhungen fallen sie bei den Ausgaben kaum ins Gewicht. Diesbezüglich können wir uns also entspannen.
Bei Punkt "Arbeitsmarkt" (Arbeitslosengeld I und II?) wird man kaum weiter sparen können. Und um die Zinsen für die Staatsschulden kommt man auch nicht drum herum, außer man könnte langfristig Schulden abbauen (ist eher utopisch). Möglichkeiten sehe ich eher bei der militärischen Verteidigung. Entsprechen die Ausgaben meinem Gefühl von Bedrohung? Derzeit sieht es in Westeuropa nicht nach Krieg aus, vielleicht könnte man die militärischen Verteidigung halbieren?

Aber den größten Anteil machen die Rentenzuschüsse aus. Mir stand der Mund offen als ich realisierte, dass wir mit den normalen (hohen) Rentenbeiträgen (siehe "RV" auf Ihrer Lohnabrechnung) unsere heutigen Rentner schon lange nicht mehr bezahlen können. Der sogenannte Generationenvertrag funktioniert bereits jetzt nicht mehr. Wann wurde ich gefragt, ob ich einen solchen "Vertrag" abschließen möchte? Jeden Monat müssen massiv Steuern zusätzlich in das Rentensystem gepumpt werden. Für die Rentenzahlungen beträgt der Anteil aus Steuern stolze 24% (Stand 2009, Tendenz steigend). Um im Rentensystem zur "Normalität" zurück zu finden, müsste man den jetzigen Rentern eigentlich sagen: "Passt auf Leute, die Rentenkasse ist chronisch im Minus, ab sofort werden alle Renten um 24% gekürzt. Für immer. Und wenn die Bevölkerung weiter altert, werden wir in Zukunft weiter kürzen müssen. Einen schönen Tag noch!"
Das ist politisch ein bisschen unpopulär, deswegen wird das wohl kein Politiker vorschlagen, der gewählt werden möchte, denn jeder dritte Wahlberechtigte ist über 60 Jahre alt. Aber als Steuerzahler darf ich sowas vorschlagen. Denn es ist auch mein monatliches Steuergeld, das die Rentner nun verleben. Keine Sorge, ich habe ein Herz für Rentner, aber rein nach den (hohen) Zahlen bewertet, muss es erlaubt sein sowas mal anzusprechen.
Die Rentner, die sagen "Aber dafür habe ich doch mein Leben lang in die Rente eingezahlt!", haben auch Recht. So wird es uns später auch gehen, nur dass unsere Situation dann erheblich extremer sein wird. Da können wir alle uns im Nachhinein mal ganz herzlich bei den Politikern bedanken, die das bis 1957 bestehende kapitalgedeckte Rentensystem durch ein Umlageverfahren (Generationenvertrag) ersetzt haben. Derzeit haben wir die Situation, dass die Rentner ihre volle Rente erhalten und die Steuerzahler bereits jetzt doppelt dafür bezahlen - und dazu zudem noch mit der Aussicht, dass das Rentensystem in ein paar Jahrzehnten gar nicht mehr funktionieren wird. Also jetzt doppelt bezahlen dafür, dass man selber später wahrscheinlich nichts davon zurückkriegt. Eigentlich unverständlich, dass nicht jeden Monat demonstrierende Massen nach Berlin ziehen.

• Ein Artikel aus 2009 (unverändert aktuell): Wie die Politik Probleme in die Zukunft verschiebt
• Video Debatte: Katharina Nocun über die Probleme der jungen Generation

Wenn mir ein Bereich bei den Staatsausgaben wiederstrebt, kann ich dann ein Veto gegen die Verwendung meines Gelds einlegen? Mir ist natürlich klar, dass das nicht geht, insbesondere weil alles Geld in einen großen Topf wandert und es dort keinen persönlichen Bezug mehr hat - ebenso wie die Steuern bei den Bürgern bedingungslos eingezogen werden, d.h. ausschließlich nach den Gesetzen des Staates - und ohne Bedingungen, die ein einzelner Bürger an sein Geld knüpfen könnte.
Ich bin mir als Autor dieser Seite gerade selbst dankbar, dass ich diese Berechnungsfunktion endlich mal verwirklicht habe und sie mir individuell und hautnah meine eigene Steuersituation so aufzeigt, wie sie mir noch nie zuvor bewusst geworden war. Hatten Sie auch ein Aha-Erlebnis?

Eigentlich ist es eine tolle Sache, dass in unserer Gesellschaft nicht jeder ausschließlich für seinen egoistischen Vorteil wirtschaften darf, sondern es eine Pflicht für die (finanzielle) Unterstützung gemeinschaftlich unterhaltener Schulen, Straßen, Polizei, Sozialfälle usw. gibt. Also Zivilisation im großen, gehobenen Stil. Nicht schlecht. Das Problem an dieser finanziellen Beteiligung, also hauptsächlich den Steuern (vergleiche: Abgaben und Gebühren), ist, dass die Steuern wahnsinnig hoch sind. Wenn jeder nur 100 pro Monat für die gemeinschaftlichen Errungenschaften bezahlen müsste, gäbe es statt Unzufriedenheit und Kritik vermutlich viel Lob dafür. Aber die Steuerlast der Bürger ist viel höher. Das Wort "Last" passt hier wirklich gut. Und diese Last wächst ständig. Während es früher mit Kleinigkeiten anfing, z.B. der Salzsteuer (inzwischen wegen zu geringen Einnahmen abgeschafft), wird heutzutage mit größeren Händen zugelangt, z.B. einer Mehrwertsteuer-Erhöhung oder einer neuen Steuer angeblich für den Aufbau Ostdeutschlands. Letztere Steuer wurde den Bürgern in mehrfacher Hinsicht unehrlich verkauft. Es fängt schon mit dem Namen an: Statt sie wie andere Steuern auch "Steuer" zu nennen, also z.B. Ostdeutschland-Steuer, wurden die angenehmen Begriffe "Solidarität" und "Beitrag" vereint. Auf genau die gleiche Weise wurden übrigens von den Nazis neue Worte für ihre Propaganda erfunden. Ursprünglich war der Soli zeitlich befristet. Jetzt nicht mehr. Der Solidaritätszuschlag ist als zusätzliche Steuerquelle längst zur Selbstverständlichkeit geworden. Ganz selbstverständlich hat der Bürger zu zahlen. Dies hat Kanzlerin Merkel im Juli 2013 neu bestätigt: Nein, der Soli wird nicht abgeschafft! Die 13 Milliarden Euro Soli pro Jahr sind bereits für ganz andere Sachen verplant, also bleibt der Soli weiterhin bestehen. Die derzeitigen Gesetze geben das Recht dazu. So einfach ist das.

Sie möchten weniger Steuern zahlen? Oder Sie möchten weniger Steuern für einen bestimmten Bereich bezahlen? An dieser Stelle muss ich Sie leider enttäuschen. Darauf haben die Bürger keinen direkten Einfluss. Wenn Sie stark motiviert sind, könnten Sie versuchen einen Lokalpolitiker aus Ihrem Wahlkreis für Ihre Vorstellung zu gewinnen. Ich persönlich konnte mich dazu noch nicht aufraffen. Der Weg von der Lokalpolitik bis nach Berlin scheint mir auch ein bisschen weit zu sein. Vermutlich wäre die Lokalpolitik sowieso nur für die regionale Hundesteuer zuständig. Stattdessen könnte man bei der nächsten Bundestagswahl eine Partei wählen, die zufällig eine Ausgabensenkung/-erhöhung in dem Bereich verspricht, der für Sie von Interesse ist. Aber zwischen Aussagen einzelner Politiker und einer tatsächlichen Umsetzung in einem Gesetz liegt eine große Kluft, viel Zeit, und ein starkes Theorie-Praxis-Gefälle.
Natürlich möchte ich Sie hier nicht demotivieren, sondern ganz im Gegenteil mit dieser Seite eigentlich zum politischen Selbstbewusst anregen. Ich finde der Staat schuldet seinen Bürgern wenigstens eine größtmögliche Transparenz im Umgang mit deren Steuergeldern, wenn der einzelne schon nicht direkt mitbestimmen darf. Wieso musste erst ich so eine Seite wie diese bauen? Nur gut informierte Bürger können sich überhaupt eine eigene fundierte Meinung bilden und auf Augenhöhe am politischen Prozess teilnehmen.

Der Staat behält die Zügel aber lieber selber in der Hand und lässt sich nicht gerne zu genau in die Karten gucken. Während Transparenzgesetze für die Länder noch nicht in Sicht sind, gibt es umgekehrt schon lange einen detaillierten Blick auf den Bürger, z.B. Einsichtnahme auf Bankkonten oder die elektronische Übermittelung von Löhnen und der wichtigsten Steuerarten. Mit einem Apell an unser Gleichbehandlungs­verlangen hat der Staat den rechtschaffenden Bürgern unter dem neuen Begriff "Steuerehrlichkeit" seinen Zugang zu all unseren Finanzdaten verkauft. Und in welcher Form "Steuergerechtigkeit" uns Bürgern zuteil wird, definiert der Staat in seinen eigenen immer umfangreicheren, lückenloseren Steuergesetzen. Für mich sieht das einfach nach dem Maximalprinzip aus, d.h. aus der gegebenen Situation das meiste rausholen. Also soviel Steuern aus den Bürgern rausquetschen wie möglich.

22.07.2013: Trotz Konjunkturschwäche: Einnahmen durch Lohnsteuer steigen um 5 Milliarden Euro

Ich empfinde es als längst überfällig, dass sich nicht der Bürger durch immer ausgeklügeltere Gesetze das Durchleuchten all seiner Geldflüsse gefallen lassen muss, sondern dass im Gegenteil dazu die Bürger ihrem Staat ganz genau auf die Finger schauen sollten und selbstbewusst die Nachvollziehbarkeit und Kontrolle über ihre Steuergelder einfordern.
Die Erfindung des Warenhandels und des Geldes war ursprünglich nicht dafür gedacht einen stets ausufernden Staat zu finanzieren, dessen zahlreiche Institutionen jede einzeln nach Wachstum streben und dazu immer mehr Mittel einfordern. Die Bevölkerung, die nicht mehr mitwächst, sondern in Deutschland sogar schrumpft, muss bestimmen wie viel Staat sie sich leisten möchte. Man könnte den Staat z.B. auch einfach abbauen, wenn er zu teuer wird. Die Möglichkeit dazu haben wir, wir müssen unseren Politikern nur genau klarmachen was wir wollen. Solange die Bürger aber nur am Stammtisch irgendwas vor sich hin meckern und zudem brav weiter Steuern zahlen - und somit unglaublich viel Geld in das bestehende System pumpen, werden die Institutionen des Staates - schon alleine zum Selbstzweck - immer mehr begehren und weiter wachsen.

Dass der Staatshaushalt schon seit langem zwei Nummern zu groß für uns ist, zeigt alleine die Tatsache, dass seit Jahrzehnten jedes Jahr neue Schulden angehäuft wurden. Der Staat war also bisher schon in JEDEM Jahr zu groß für uns! Und ich sehe noch nicht, dass wir nur einen einzigen Euro Schulden zurückzahlen können, den der Staat in unserem Namen gemacht hat. Bisher zahlen wir nur Zinsen. Zinseszinzen. Zinseszinzeszinseszinzen. Erschreckend viel.
Angesichts der oben errechneten Steuerlast, überlegen Sie sich mal wie viel Geld Sie mehr in der Tasche haben könnten, wenn man die Staatsausgaben für bestimmte Bereiche radikal senken würde. Na? Wie oft könnten könnten Sie dann pro Jahr in den Urlaub fahren? Oder sich andere schöne Sachen kaufen - von unserem Geld, das uns aber derzeit der Staat für andere Dinge wegnimmt, über das der Einzelne nicht mehr bestimmen kann.

Die Mehrwertsteuer (Umsatzsteuer) liegt heute bei 19%. Wir bezahlen sie jeden Tag im Supermarkt, am Kiosk, an der Tankstelle. Der Staat verdient bei jedem Kauf wahrscheinlich mehr als dass mancher Händler oder Hersteller dabei Gewinn machen könnte. Und den Kunden ist in dem Moment noch nicht mal bewusst, dass sie bereits wieder zum Steuerzahler wurden. Interessant finde ich auch, dass wir mit unserem versteuerten Geld (die Lohnsteuer wurde ja bereits über den Arbeitgeber abgeführt) im Laden dann schon wieder Steuern davon bezahlen müssen. Und mit 19% auch nicht zu knapp. Es scheint mir als habe der Staat hierin den heiligen Gral der maximalen Besteuerung gefunden.

1968 lag die Mehrwertsteuer bei nur 10%, also quasi nur halb so hoch wie heute. Und 1918 lag sie bei 0,5% (ja, mit einer Null vor dem Komma). Dass die Mehrwertsteuer bisher in jedem Jahrzehnt angehoben wurde, ist kein Naturgesetz. Das liegt einfach daran, dass der Staat immer mehr Geld zum Ausgeben braucht. Warum sagen wir unseren Politikern nicht einfach, dass wir ab nächstem Jahr nur noch 5% Mehrwertsteuer bezahlen möchten? Die Gesichter möchte ich sehen! Stattdessen haben die sicherlich die nächste MwSt-Erhöhung schon in der Schublade liegen. Ich finde die Steuersenkung ist ein guter Gedanke - man lässt sich immer viel zu sehr von dem Mechanismus allgegenwärtiger Erhöhungen einlullen. Also ich werde zumindest ab jetzt immer eine Senkung der Mehrwertsteuer auf 5% fordern. Darüber können unsere Politiker gerne mal ins Grübeln kommen. Wer macht mit?


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